- Startpunkt: Gmunden - Parkplatz GH Franzl im Holz (kostenpflichtig EUR 8,-- pro Tag) oder Parkplatz Kohlbach, In der Klamm 21, Gmunden (gratis)
- Weglänge: 13 km
- Höhenmeter: ca. 800 hm
- Meine Gehzeit: ca. 5 Stunden
- Weidetiere: nein
- Wegbeschaffenheit, Trittsicherheit: schwer!
Und wieder verschlägt es mich in mein geliebtes Salzkammergut. Den Katzenstein 1.349 m am Fuße des Laudachsees, den kleinen Bruder des Traunsteins, habe ich schon lange im Visier - heute habe ich mich endlich getraut - mit ordentlichem Respekt und ganz schön Bauchkribbeln.
Die Wanderung wird in allen Tourenbeschreibungen als schwer bezeichnet - und genauso empfinde ich sie auch - mit vielen ausgesetzten, versicherten Stellen, Trittgeländern und schmalen Steigen, an denen ich oft beide Hände brauche, um mich halten und hochziehen zu können.
Ich starte meine Wanderung um 07.30 Uhr beim Parkplatz In der Klamm und marschiere bei frischen 9 Grad links durch den Wald Richtung Laudachsee (Wanderweg Nr. 12). Das Rauschen des Äußeren Laudachbaches begleitet mich eine Stunde lang bis zum See, den ich anschließend an seiner Ost- und Südseite umrunde. Auf der gegenüberliegenden Ramsaualm ist es noch gänzlich ruhig, nur der Duft von frischer Rindsuppe dringt zu mir herüber.
Ab dem Einstieg in den Gassner-Steig am Ende des Sees wird die Wanderung knackig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich! Es geht steil über Leitern und mit Stahlseilen versicherte Passagen (A/B) zur Hohen Scharte. Angekommen auf einem Aussichtsplateau Richtung Laudachsee verschnaufe ich erstmal, bevor ich den nicht minder schwierigen Katzensteinsteig (A/B) in Angriff nehme. Beide Steige sind als anspruchsvolle Bergwanderung mit T3 klassifiziert. Ich habe Glück und bin noch immer gänzlich alleine unterwegs und kann mir daher erlauben, auch an engen Stellen in Ruhe Fotos zu machen.
90 anstrengende Minuten bin ich auf beiden Steigen unterwegs, bis ich den imposanten Gipfel erreiche. Der Traunstein ist zum Greifen nahe und der Ausblick auf den Laudachsee und den Traunsee ist unbeschreiblich schön. Eine Wanderin erklärt mir, dass der Naturfreunde-Steig auf den Traunstein für mich kein Problem sein sollte, wenn ich den Katzenstein geschafft habe. Na schauma mal.
Für den Rückweg bis zum Laudachsee benötige ich genauso lange wie für den Aufstieg, da mittlerweile eine Völkerwanderung am Berg einsetzt und ich oft stehenbleibe, um aufsteigende Wanderer an den schmalen Stellen vorbeizulassen. Eine bergunerfahrene und verängstigte Frau kann ich am Gassner-Steig überzeugen, mit mir zum See abzusteigen. Ihr männlicher Begleiter war "not amused" und hat die Wanderung alleine fortgesetzt, sie war sichtlich erleichtert und dankbar.
Am Laudachsee angekommen, freue ich mich auf eine Einkehr auf der Ramsaualm, die ich von einer Familienwanderung vor einigen Jahren noch als idyllisches und ruhiges Plätzchen in Erinnerung habe. Was sich hier heute allerdings abspielt, ist mir definitiv zu viel und zu laut. Menschenmassen strömen vom Baumwipfelpfad am Grünberg hierher und ich flüchte mit meinem Jausenbrot an ein ruhiges Plätzchen an den See.
Ziemlich stolz betrachte ich meinen heutigen Gipfel. Die Blutergüsse und Schürfwunden an beiden Schienbeinen (blöde Wurzeln) werden mich noch länger an diesen Tag erinnern. Gefährlich wird der Berg immer beim Abstieg, wenn Konzentration und Kraft nachlassen.
Fazit: 6 von 5 manuela-wandert-Punkten!
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